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Pete Doherty

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

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Pete Doherty
Pete Doherty (eigentlich Peter Doherty) (* 12. März 1979 in Hexham, Northumberland, England), ist Sänger der englischen Band Babyshambles. Durch seine Beziehung zu Kate Moss und exzessivem Drogenkonsum machte er zuletzt regelmäßig auf sich aufmerksam.

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Leben [Bearbeiten]

Dohertys Vater arbeitete als Major beim britischen Militär, weshalb sein Sohn in London, Belfast, Liverpool, Remscheid, Krefeld und auf Zypern aufwuchs. Er hat zwei Schwestern, Amy Jo und Emily, und ist selbst das mittlere Kind.
Mit 17 1/2 gewann Doherty einen Poesiewettbewerb des British Council und wurde als Kulturbotschafter nach Russland geschickt. Er studierte am University College London, brach sein Studium jedoch bereits im ersten Jahr ab. Danach zog er mit Carl Barât, den er 1996 durch seine Schwester kennengelernt hatte in eine Wohnung in Nordlondon. Zwischen den beiden entwickelte sich eine tiefe Freundschaft, die sie in der Musik, Lyrik und künstlerische Darstellungen Ausdruck verliehen.
Doherty und Barât gründeten in den späten 1990er Jahren die Band The Libertines aus der zwei Alben hervorgingen, „Up The Bracket“ und „The Libertines“. Das erstere wird von schnellen und schroffen Gitarrensounds geprägt, gekoppelt mit einprägsamen Melodien und patriotischen Textpassagen. Das zweite Werk glänzt mit lyrischen Songs, die die Tragik und Dramatik des Zusammenbruchs der von Drogen erschütterten Beziehung reflektiert. Höhepunkt dieser Periode war zweifelsohne der Einbruch von Doherty in das Haus von Barât wo er dessen Laptop entwendete und es für Drogen versetzte.
Bekannt wurde die Band jedoch erst 2002. Dohertys Drogenprobleme und interne Unstimmigkeiten führten zwei Jahre später zu seinem Ausschluss aus der Band.
Anfang 2004, noch vor seinem Bruch mit The Libertines, arbeitete Doherty mit dem britischen Dichter Wolfman zusammen. Gemeinsam nahmen sie die Single "For Lovers" auf, die noch im April des Jahres in die britischen Top 10 aufstieg. Trotz einer Nominierung für den Ivor Novello Award verdiente Doherty mit dem Lied nur wenig Geld, da man die Veröffentlichungsrechte bereits für relativ wenig Geld verkauft hatte.
Doherty gründete die Babyshambles noch kurz vor seinem Ausscheiden bei den Libertines. Die jetzigen Babyshambles wollte er eigentlich auch Libertines nennen, doch dies war aus rechtlichen Gründen nicht möglich. Ihr erstes Album Down In Albion erschien im November 2005, ihre dritte Single "Fuck Forever" erreichte Platz 3 der britischen Single Charts. Die Touren der Band werden regelmäßig durch Dohertys Konflikte mit dem Gesetz unterbrochen, wie zum Beispiel einem Angriff auf Max Carlish, der eine Dokumentation über die Babyshambles drehen sollte. Doherty verbrachte vier Tage im Gefängnis von Pentonville, bis die 159.000 £ Kaution aufgebracht werden konnten. Zwei Drittel des Geldes kamen von seinem Manager, der Rest von EMI.
Alleine und oft auch mit den Babyshambles führte Pete Doherty die schon von den Libertines bekannte Tradition weiter und veranstaltet kurz zuvor bekanntgegebene Konzerte, so genannte Guerilla Gigs in eher kleinen und privateren Lokalitäten, wie zum Beispiel an Silvester 2005 in seiner Londoner Wohnung oder im Frühjahr 2006 im NonStop-Kino (Veranstaltungsort und Pornokino) in Graz Österreich. Bei diesen Gelegenheiten stellte er einige Solo-Werke unter dem Titel "Pete Doherty's Solo Album" vor. Für die Auftritte im NonStop Kino ließ er auf Anregung von Bettina Aichbauer, Besitzerin des NonStop Kinos und befreundet mit Doherty, den Film "Spew it out your soul" produzieren. Die Staatsanwaltschaft Köln klagte Doherty im Mai 2006 wegen Drogenkonsum auf öffentlicher Straße an.
Doherty steht 2006 auch in seiner Heimat vor Gericht und gab fünf Fälle von Drogenbesitz zu. Er wurde nur mit der Auflage auf Kaution entlassen, jede Nacht in der Suchtklinik "The Priory" in London zu verbringen. Außerdem darf er bis zum Abschluss des Verfahrens das Land nicht verlassen.
Nach einem neuerlichen Absturz Mitte November 2006 wurde Doherty schlangenlinienfahrend im Besitz von Crack, Ketamin und Cannabis festgenommen, ihm droht nun endgültig eine Gefängnisstrafe wegen wiederholtem Verstoßes gegen Kautionsauflagen. Seine Deutschlandtournee wurde kurzfristig abgesagt.
Im Juli 2007 gab es erneut Streit zwischen ihm und Kate Moss. Sie hat ihn kurzerhand aus der gemeinsamen Wohnung rausgeworfen, weshalb Doherty, laut der Zeitung "Daily Mirror", zur Zeit in einem Wohnwagen lebt. Die Gründe sollen, Kate Moss zu Folge, nicht in einer angeblichen Affäre liegen sondern an den Selbstmordphantasien Dohertys die er ihr anvertraute nachdem sie sein Testament entdeckt hat.
Am 7. August 2007 bekam Doherty vor Gericht eine letzte Gnadenfrist bis 4. September 2007, er muss seinen Willen zeigen gegen seine Drogensucht ankämpfen zu wollen, ansonsten droht ihm eine Haftstrafe wegen wiederholtem Drogenbesitz. Am 21. August wurde Doherty abermals wegen Verdacht auf Drogenbesitz festgenommen, die Polizisten mussten ihn aber am folgenden Tag wegen eines Formfehlers wieder laufen lassen. Seit Ende August befindet sich Doherty in der Klinik Cloud´s House im südenglischen Salisbury zur Behandlung seiner polytoxen Drogensucht, somit erfüllte er die Auflage vom 7. August 2007 und hat nun bis 2. Oktober 2007 Zeit dem Gericht zu beweisen, dass er es ernst meint mit der begonnenen Suchttherapie.
Am 28.09.2007 kommt das zweite Album der Babyshambles "Shotter`s Nation" auf den Markt. Die erste Single "Delivery" erscheint eine Woche früher, das dazugehörige Video wurde am 17.08.2007 erstmalig ausgestrahlt. Ende des Jahres ist eine große Tournee durch Englands Stadien angekündigt.

Einflüsse [Bearbeiten]

In Interviews zählte Doherty 1984 von George Orwell, Brighton Rock von Graham Greene, Notre-Dame des fleurs von Jean Genet und Les Fleurs du Mal von Charles Baudelaire, sowie die Werke von Oscar Wilde als von ihm gerne gelesene Bücher auf. Ebenso erwähnte er Emily Dickinson und Tony Hancock.
Zu Dohertys Lieblingsfilmen gehören britische Filme der 1960er, wie Geliebter Spinner, Poor Cow - geküsst und geschlagen und O Lucky Man!.
Als musikalische Einflüsse gibt er Lee Mavers von The La's und The Only Ones an. Außerdem schätze Doherty The Smiths und The Clash. Es heißt, er würde, wie The Dukes, versteckte Botschaften in bestimmte Songs einbauen. Gemeinsam mit Carl Barat soll Pete eine Vorliebe für die Cockney Musiker Chas and Dave entwickelt haben.

Sonstiges [Bearbeiten]

Pete Doherty ist bekennender Fan vom Londoner Fußballklub Queens Park Rangers, für den er in seiner Jugend ein Fanmagazin geschrieben hat.#

Kurt Cobain

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Kurt Donald Cobain (* 20. Februar 1967 in Aberdeen, Washington; † 5. April 1994 in Seattle) war ein Rock-Musiker. Besondere Berühmtheit erlangte er als Sänger und Gitarrist der Band Nirvana, für welche er zudem fast alle Lieder schrieb.


Kurt Cobain mit der Band Nirvana auf den MTV Video Music Awards, 9. September 1992

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Biografie

Kindheit und Jugend bis 1986

Als Sohn von Wendy und Donald Cobain und Bruder von Kimberly Cobain verlebte Kurt Cobain seine Kindheit in Aberdeen, 140 Kilometer südwestlich von Seattle. Als Cobain acht Jahre alt war, ließen sich seine Eltern scheiden. Cobain lebte mit seiner Mutter von nun an in Aberdeen, an der Westküste der USA. Die Trennung der Eltern verursachte ihm psychische Beschwerden. Als Kind war er hyperaktiv und musste Medikamente, u.a. Ritalin nehmen, deren Nebenwirkungen sich durch Schlaflosigkeit äußerten. Später zog er zu seinem Vater, da er mit dem neuen Lebensgefährten der Mutter nicht auskam. Als später auch sein Vater Donald eine neue Partnerin mit zwei Kindern heiratete, verschlechterte sich das Verhältnis zu Cobains Bezugsperson. Aus dem Lied Serve The Servants (1993, In Utero) geht hervor, dass Cobain seinem Vater gegenüber Hassgefühle entwickelt hat. Das Lied ist jedoch eine Botschaft an den Vater, die Gefühle der Abneigung hätten sich verflüchtigt. Cobain selbst sagt dazu:
„Ich versuchte immer einen Vater zu haben, doch anstatt dessen bekam ich einen Papi. Ich möchte dich nur wissen lassen, dass ich dich nicht mehr hasse. Da ist nichts was ich sagen könnte, das ich nicht schon vorher dachte.“
– Textauszüge aus dem Song Serve The Servants (1993, In Utero)
Mit dem Tod erstmals konfrontiert wurde Cobain im Jugendalter, als drei Großonkel von ihm Suizid begingen. Außerdem sah er bereits im Jugendalter die Leiche eines Jungen aus der Nachbarschaft, der sich an einem Baum erhängt hatte. Somit wurde er bereits in jungen Jahren mit dem Prinzip des Selbstmordes "vertraut gemacht".
Mit Musik kam Cobain schon sehr früh in Berührung. Ein Aufnahmegerät bei seiner Tante wurde oftmals dazu benutzt, Töne, Geräusche und die eigene Stimme aufzunehmen. Als kleines Kind bekam er ein Kinder-Schlagzeug geschenkt. Seine Schwester zerstörte dieses jedoch mit einem Schraubenzieher. Zum 14. Geburtstag bekam Cobain von seinem Onkel Chuck seine erste Gitarre geschenkt. Mit 15 Jahren lernte Cobain 1982 Krist Novoselic kennen, mit dem er gemeinsam Musik machte. In den Folgejahren freundete sich Cobain auch mit Buzz Osborne (Sänger/Gitarrist) und Dale Crover (Schlagzeuger), beide von der Band The Melvins, an. Er und Crover spielten gemeinsam auch bei Fecal Matter, Cobains erstem Musikprojekt. Auch wenn der spätere Musikstil nur noch wenig mit dem der The Melvins zu tun hatte, beeinflusste ihn Love Buzz entscheidend und führte ihn an Indierock und Punkrock heran.
Nach mehreren heftigen Streiterein mit beiden Elternhäusern wechselte Cobain in dieser Zeit und den folgenden Jahren mehrmals den Wohnsitz und wohnte zwischenzeitlich bei seinen Großeltern, einem seiner Onkel, bei den Eltern seines Freundes Jesse Reed - insgesamt 10 verschiedene Familien in 4 Jahren.
Mit 18 Jahren brach Cobain die Schule ab und zog nach Olympia, Washington. Dort lebte er zusammen mit seiner Freundin Tracy Marander. Als Cobain keine Arbeit fand, geriet die Beziehung in eine Krise. Zu diesem Zeitpunkt schrieb er About a girl, was sich auf Tracy bezog. In der Zeile I can´t see you every night for free spielt er darauf an, dass er öfters ausziehen und in seinem Auto übernachten musste, weil sie mit seiner Antriebslosigkeit nicht mehr zurecht kam. Wenngleich gab er ihr gegenüber niemals zu, dass der Song von ihr handelte.

1986 bis 1994

Ab 1986 trat Cobain mit Novoselic in verschiedenen Bands auf, aus denen 1987 Nirvana entstand. Mit Nirvana veröffentlichte Cobain vier Studioalben und eine B-Seiten-Zusammenstellung sowie zahlreiche Singles und EPs und war als Solokünstler an anderen Veröffentlichungen befreundeter oder nahestehender Bands und Künstler beteiligt. Am 11. April 1989 befand sich Cobain mit seiner Band auf Tour im Satyricon Club in Portland. Dort traf er Courtney Love, die Sängerin der Band Hole. Love und Cobain heirateten am 24. Februar 1992 in Waikiki auf Hawaii. Am 18. August 1992 wurde ihre Tochter Frances Bean geboren. Ihr Vorname ist eine Anlehnung an die von Kurt verehrte Band The Vaselines, im speziellen an die Sängerin Frances McKee. So sind auch einige Lieder der Vaselines von Nirvana gecovert worden, zum Beispiel „Jesus Doesn't Want Me For A Sunbeam“ (Son of a Gun, Molly's Lips).

1994

Cobain litt schon sehr früh unter Magenproblemen. Ärzte konnten die Ursache dafür nicht genau diagnostizieren, was eine gezielte Behandlung unmöglich machte. Er selbst bezeichnete seine Krankheit daher als „Cobain's Disease“ (engl. Cobains Leiden).
Während der anstrengenden Tourneen verstärkten sich Cobains Magenprobleme. Der kurzzeitige Verzicht auf Alkohol und Zigaretten zeigte dabei keine Verbesserung. Durch die ersten Erfahrungen mit Drogen im musikalischen Umfeld entdeckte er diese als Mittel zur Schmerzlinderung.
Ab 1990 nahm Cobain ab und an
Heroin, nach der Veröffentlichung des Albums Nevermind 1991 spritzte er regelmäßig. Alle späteren Versuche Cobains, von der Droge wieder loszukommen, waren erfolglos, trotz der insgesamt sechs Therapieanläufe. Anfang März 1994 wurde die „In Utero“-Tour aufgrund von Cobains Magenproblemen unterbrochen. Cobain und Ehefrau Courtney Love flogen am 2. März nach Rom. Dort wurde Cobain zwei Tage später – im Koma liegend – in ein Krankenhaus eingeliefert. Die Mediziner konstatierten einen Suizidversuch durch Einnahme von Beruhigungsmitteln. Kurze Zeit später widersprach Kurt Cobain allerdings dieser Aussage, und teilte der Öffentlichkeit mit, dass dies lediglich ein Versehen war, weil er Beruhigungsmittel genommen hatte und dummerweise hinterher zu viel Alkohol trank. Auf Drängen des näheren Umfeldes unterzog Cobain sich einem Drogenentzug im Exodus Recovery Center in Marina del Ray, Los Angeles. Bereits am 1. April floh Cobain jedoch von dort und tauchte unter. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich die Band bereits aufgelöst, was Dave Grohl und Krist Novoselic aber erst Jahre später bestätigten.
Drei Tage später, am 5. April, starb Cobain in seinem Haus in Seattle. Er wurde mit einer dreifachen Überdosis Heroin und einem Schuss mit seiner Schrotflinte in den Kopf aufgefunden. Er hinterließ einen Abschiedsbrief, der mit folgenden Zeilen, die aus dem Neil-Young-Song My My, Hey Hey (Out Of The Blue) entnommen waren, endete:
„It’s better to burn out than fade away“
– Kurt Cobain im April 1994, letzte Worte in seinem Abschiedsbrief
Obwohl Wendy O’Connor, Kurt Cobains Mutter, bereits am 3. April eine Vermisstenanzeige aufgegeben hatte, wurde sein Leichnam von einem am Haus arbeitenden Elektriker erst 3 Tage nach dem Suizid, im Raum über seiner Garage, aufgefunden.

Grabstätte

Kurt Cobain wurde am 14. April 1994 eingeäschert. Einen kleinen Teil der Überreste verstreute Courtney Love an den unterschiedlichsten Orten, so begrub sie z.B. einen Teil an einem Baum auf ihrem letzten gemeinsamen Grundstück, der größte Teil jedoch befindet sich in einem Bankschließfach, wie Courtney Love in einem Interview mit dem Musiksender MTV bestätigte. Auch zehn Jahre nach dem Tod Cobains verweigerten die Behörden von Seattle ihm noch immer eine offizielle Grabstätte mit der Begründung, man wolle keinen Ansturm von Verehrern, wie am Pariser Grab des Doors-Sängers Jim Morrison.

Mordtheorien

Kurze Zeit nach seinem Tod entstanden Verschwörungstheorien, die durch gezielte Desinformationen und verkürzte Darstellungen einer vermeintlich Cobainschen Realität und Alltagswelt einen Mord oder gar einen Auftragsmord am Rockstar beweisen wollten. Literatur, Dokumentations- und Spielfilme zu der vermeintlichen Verschwörung sind seither veröffentlicht worden. Diese entbehrten jedoch eindeutiger Beweise, so dass die Staatsanwaltschaft keine weiteren Ermittlungen aufnahm. Die Befürworter der Mordtheorien machen ihre Spekulationen hauptsächlich an dem nachgewiesenen hohen Heroingehalt in seinem Blut fest. Durch eine zeitlich vorgelagerte zusätzliche Einnahme von Diazepam, das die Wirkung der Droge Heroin verstärken soll, könne er danach nicht mehr in der Lage gewesen sein, sich zu erschießen. Zudem wurden laut des kriminalistischen Berichts keinerlei lesbaren Fingerabdrücke an dem Gewehr gefunden, obwohl sich dieses bereits seit mehreren Tagen im Besitz des Sängers befand.
Befürworter der Suizidtheorie geben hingegen zu bedenken, dass es außer gerüchtebeladener Meinungen keine wissenschaftliche Analyse über die tatsächliche Fähigkeit Cobains gab, sich unmittelbar nach der Injektion der Drogen mit einem Gewehr zu töten; auch wurde die tatsächliche Dosis nicht offiziell bestätigt.

Der Nachlass

Heute wird das immer noch ansteigende Vermögen des Künstlers auf weit über 100 Millionen Dollar geschätzt. Alle Rechte am Nachlass des Künstlers werden von der Witwe Courtney Love und der Tochter Frances Bean wahrgenommen. 1997 einigte sich Love mit den Bandmitgliedern Grohl und Novoselic auf eine partnerschaftliche gemeinsame Verwaltung des künstlerischen Erbes, das einen Großteil des gesamten Nirvana-Repertoires ausmacht.
Ende 2005 verkaufte Courtney Love ein Viertel der ihr vermachten Rechte für 70 Millionen Pfund Sterling an Martha Stewart. Auf einer vom Magazin Forbes veröffentlichten Liste stieg Cobain damit auf Platz eins der "am besten verdienenden Toten" und überholte somit Elvis Presley.
Kurt Cobain gehört wie andere einflussreiche Musiker dem Klub 27 an.

Leistungen

Von und mit Cobain sind zahlreiche Bücher, Bilder und Tonträger erschienen. Nach seinem Tod wurden mehr Alben veröffentlicht als zu seinen Lebzeiten.
Die popkulturelle und gesellschaftliche Einordnung seiner Band Nirvana stand unter den Zeichen einer veränderten Weltordnung (u.a. das Wegfallen des Ostblocks durch den Fall der Berliner Mauer 1989). Die Jugend dieser Zeit, der es aufgrund der gesellschaftlichen Veränderungen an Orientierung fehlte, wird häufig als
Generation X bezeichnet. Vor allem sie wurde zur Zielgruppe der Band. Nirvana verkörperte eine Bewegung, die ein Bewusstsein für die gesellschaftliche und politische Ordnung transportieren wollte, fälschlicherweise aber genau als das Gegenteil verstanden wurde, nämlich als hoffnungs-, orientierungs- und lustlos. Von Nirvana gab es zahlreiche inhaltliche Bekenntnisse auf der Bühne, in den Medien und auf den eigenen Veröffentlichungen. Auch in den Texten der Lieder finden sich Fragmente von politischen Botschaften, welche zu einem „orientierungslosen Slacker ohne Hoffnung und Freude“ nicht so recht passen mögen. So äußerte sich Kurt Cobain profeministisch, prohomosexuell, antirassistisch und zu anderen linkspolitischen Themen wie Polizeigewalt, Obrigkeitsstaat und Kirche.
Ein Bild aus den Tagebüchern von Kurt Cobain zeigt beispielsweise das Iron Maiden-Maskottchen Eddie, welches die Weltkugel mit seinen Krallen in zwei Stücke reißt. Mit fletschenden Zähnen scheint das Monster mit einem Happen das nun in der Luft hängende Herz auffressen zu wollen. Daneben steht eine rückblickende persönliche Betrachtung der 1980er Jahre:
„Das ist ein unterschwelliges Beispiel für eine Gesellschaft, die sich mit ihrem Maßstab aus Gier ausgesaugt und selbst gefickt hat.“ – Kurt Cobain (1987, undatierter Tagebucheintrag)
Die gesellschaftliche Bedeutung von Cobains Schaffenswerk ist nicht allein hinter dem Effekt zu suchen, dass die Band viele junge Menschen dazu inspirierte, selbst zum Instrument zu greifen um eigene Erfahrungen, Eindrücke und Erlebnisse darüber auszudrücken um sie so zu verarbeiten. Er und Nirvana brachen vielmehr öffentlichkeitswirksam mit gesellschaftlichen Normen und Codes und erreichten in der davon ausgehenden Breitenwirksamkeit mehr als nur eigene Fans. Vielmehr erfasste ein bestimmter Lifestyle und Habitus weltweit die Gesellschaft, welche sich diesen geänderten Bedingungen annahm und sie für sich umdeutete. Daher kann die Wirkung als eine Reform bestehender Verhältnisse beschrieben werden, die mit fortschreitender Etablierung jedoch wieder in die kritisierten kulturpolitischen Zustände zurück führte.

Fender Jagstang

Cobain gestaltete gemeinsam mit der Gitarrenfirma Fender Ende 1993 seine eigene Signature-Gitarre: die Fender Jagstang. Diese ist ein Hybrid aus den beiden Fender-Modellen Mustang und Jaguar. Cobain spielte die Gitarre allerdings nicht häufig.

Veröffentlichungen zu Lebzeiten

Mit Nirvana selbst veröffentlichte Cobain drei Alben (1989 Bleach, 1991 Nevermind, 1993 In Utero) sowie eine Zusammenstellung von Raritäten (1992 Incesticide). Zudem wurden zwei EPs (1989 Blew, 1992 Hormoaning) und 13 Singles veröffentlicht. Die bekanntesten Singles sind Smells Like Teen Spirit, Come As You Are (beide 1991 Nevermind) und Heart Shaped Box (1993 In Utero). Als Solokünstler veröffentlichte er eine Platte zusammen mit dem Schriftsteller William S. Burroughs, zu dessen vorgetragener Geschichte „Priest They Called Him“ Cobain Gitarre spielte. Darüber hinaus gab es zahlreiche gemeinsame Stücke mit Courtney Love (u. a. 1993 Live Through This).
Als Maler und Zeichner hinterließ Cobain viele selbst angefertigte Comics, Gemälde und Zeichnungen sowie plastische Arbeiten, von denen eine auf der Rückseite des Albums In Utero zu sehen ist. Diese zeigt eine von Cobain in Rosa eingefärbte 3D-Collage. Hier liegen Föten und ausgewachsene Babys in einem Brei aus Blumen, Knochen und Innereien gehäuft. Um das Bild herum sind verschiedene Symbole aufgereiht, welche im Zusammenhang mit griechischer Mythologie stehen.

Posthum publiziertes Material

Nach Kurt Cobains Tod stellt die Aufzeichnung des Nirvana-Auftritts zu MTV Unplugged In New York als ein sehr besonderes Konzert seiner Karriere und der seiner Band einen Nachruf auf den Künstler dar. Es wurde im November 1994 als Live-Album herausgebracht. Dazu wurde die Single About A Girl (Unplugged) (im Original 1989, Bleach) ausgekoppelt sowie weitere Videoclips vom Konzert zu Werbezwecken herausgebracht.
From The Muddy Banks Of The Wishkah (engl. Von den schlammigen Ufern des Wishkah) ist das zweite Live-Album, welches 1996 erschien. Es wurde vom Bassisten Krist Novoselic in Erinnerung an Kurt Cobain zusammengestellt. In Aberdeen, wo der Wishkah River auf die Sandbänke des Pazifischen Ozeans trifft, war die Band 1987 entstanden. An diesem Ort hatte Nirvana begonnen, ihre expressionistischen Eindrücke mit Musik zu verarbeiten.
2002 wurde eine Compilation veröffentlicht, auf der viele Lieder digital neu gemastert wurden. Außerdem enthielt diese Platte ein neues Lied („You Know You're Right&ldquo. Dieses war ein Vorgeschmack auf die bisher umfangreichste Zusammenstellung des Nachlasses des Musikers: With The Lights Out erschien am 19 November 2004 in den USA sowie am 22 November in Deutschland als Box-Set bestehend aus 3 CDs mit vorwiegend unveröffentlichten Demo-Aufnahmen und Rohaufnahmen der Hits der Band und einer DVD mit größtenteils unveröffentlichtem Material.
Courtney Love veröffentlichte unter anderem auch die Journals – Kurt Cobains Tagebücher (2002). Diese enthalten abfotografierte Auszüge aus seinen Notizen, Entwürfen und Tagebüchern.
„Lies nicht in meinem Tagebuch, wenn ich weg bin. OK, ich geh jetzt zur Arbeit. Wenn du heut morgen aufwachst, lies bitte mein Tagebuch. Durchwühl meine Sachen und mach Dir ein Bild von mir.“ – Kurt Cobain (undatiert, Vorwort der Journals)
Gus van Sant verfilmte die letzten Tage Kurt Cobains in dem Streifen Last Days, der bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes 2005 Premiere feierte. Jedoch überlässt Van Sant dem Zuschauer großen Interpretationsspielraum. So ist Blake, der von Michael Pitt gespielt wird, Kurt Cobain nachempfunden. Asia Argento spielt die Freundin des Musikers. Drogenkonsum, der eigentliche Tod sowie Nirvana-Lieder sind in dem Film weder zu sehen noch zu hören.
Nick Broomfield veröffentlichte 1997 den Dokumentarfilm „Kurt and Courtney“, der den Tod aus der Sicht eines vermeintlichen Auftragsmordes zu beleuchten versucht.
2004 erschien zum 10. Todestag Cobains die Comic-Biografie Godspeed der Künstler Barnaby Legg, Jim McCarthy und Flameboy. Dieses Buch stellt Cobain als tragischen Helden dar.
Anfang November 2005 erschien die CD „Sliver“ mit dem Untertitel „Best of the Box“. Darauf sind einige ausgewählte Lieder der „With the lights out“-Box sowie drei bisher unveröffentlichte Demo-Versionen von bekannten Titeln (Spank Thru, Sappy, Come As You Are) enthalten. Die Version von Spank Thru stammt vom „Fecal Matter-Tape“, das die erste Aufnahme von Kurt Cobains Liedern darstellt, aufgenommen im Dezember 1985 bei Cobains Tante Mari Earl.


 



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